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Blick auf die Architektur – meine Jahre auf dem Campus

Foto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität JyväskyläFoto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität Jyväskylä

Foto 1: Das Universitätsgelände besteht aus den Campussen Seminaarinmäki (1880-1890 + Aalto-Campus 1954-1965), Mattilanniemi (1979-1984 + Agora 2000) und Ylistönmäki (1990-1999 + Nanoscience Center 2004). Foto: Universität Jyväskylä

 

Man sagt, das Gebiet der Universität Jyväskylä sei das schönste Campus-Ensemble ganz Finnlands. Und immerhin befand sich mein Arbeitsplatz 40 Jahre lang auf dem Campus Seminaarinmäki (Foto 1, 2, 3). Meiner Meinung nach ist es für das ästhetische Auge wirklich ein Genuss, sich die Gebäude von innen und außen anzusehen und sich darin aufzuhalten, und in den vergangenen Jahrzehnten hatte ich dazu auch ausgiebig Gelegenheit.

Das erste finnischsprachige Lehrerseminar wurde 1863 auf dem Hügel Seminaarinmäki gegründet. Die ältesten fünf Gebäude aus roten Ziegeln (Foto 2, 3, 4) sind ein Beispiel für Neorenaissance und stammen vom Architekten Konstantin Kiseleff (1834-1888). Zu erkennen sind die Einflüsse der russischen Kasernen-Architektur wie z.B. die waagerechten, unterhalb der Dachtraufe blau gestalteten Streifen. Obwohl ich auf diesem Gelände 40 Jahre lang mein Arbeitszimmer hatte (Foto 2), gehe ich immer noch gern über den Campus, denn es ist einfach schön, sich zwischen und in den Gebäuden zu bewegen. Schon mein Schwiegervater hat in den 1930er Jahren auf diesem Campus gelebt und ein Studium zum Volksschullehrer absolviert; 1934 wurde das Seminar zur Pädagogischen Hochschule erweitert. Zu jener Zeit war das Gebäude Fennicum (Foto 4) noch Studentenwohnheim, und mein Schwiegervater erzählte gern, dass die Studenten damals z.B. das Holz zum Beheizen der Öfen selbst in ihre Schlafräume tragen mussten.

Die Hochschule vergrößerte sich langsam, und man brauchte neue Gebäude, die der Architekt Alvar Aalto (1898-1976) entwarf. In den 1950er Jahren entstanden die aus roten Ziegeln erbauten Gebäude, die man heute auch als Alvar Aalto-Campus zusammenfasst. Im Hauptgebäude Capitolium (Foto 5, 6, 7) hat Aalto architektonische Themen und Motive der Antike verwendet, diese aber der Moderne angepasst. Die Aula ist zentraler Ort für festliche Veranstaltungen, und das Rektorat befindet sich im C-Gebäude. Auch mein Arbeitszimmer befand sich ein Jahr lang hier, und ich erreichte es täglich über den wunderschönen Treppenaufgang (Foto 6). Sehr schön sieht man im Foyer die Bestrebung Aaltos, die Natur fast in das Gebäude zu integrieren (Foto 7), und das Kaffeetrinken macht hier besonders viel Spaß. Von hier geht man 30 Meter und kommt zur Uni-Mensa Lozzi, deren tolle Dachkonstruktion von innen sichtbar ist und häufig fotografiert wird; hier habe ich insgesamt sicher 30 Jahre Mittag gegessen, und wenn auch nicht immer das Essen, so habe ich doch immer die Atmosphäre genossen. 1966 wurde die Hochschule zur Universität umgewandelt; kurz vorher war die Sportwissenschaftliche Fakultät gegründet worden, die 1970 in das Aalto-Gebäude Liikunta (Foto 8) einziehen konnte. In diesem Gebäude bin ich häufig zum Zirkeltraining fürs Uni-Personal gegangen oder habe andere sportliche Angebote wahrgenommen. Man sieht hier gut den architektonischen Unterschied zur roten Ziegelbauweise der früheren Aalto-Gebäude.

Da eigener Unterricht und Vorlesungen in diversen Gebäuden stattfanden, bin ich auch oft zu dem zweiten Campus Mattilanniemi (erbaut 1984-2000, Foto 1 + 9) am Ufer des Jyväsjärvi-Sees gegangen. Der Architekt Arto
Sipinen
(1936-2017) setzte die modernistische Linie fort, die auf dem finnischen Funktionalismus basiert. 
Rechtwinklige Grundstrukturen werden dabei durch weich fließende Flächen im Inneren sowie rhythmischen 
Lichteinfall aufgelockert. Die Mensa vom Agora-Gebäude, in der ich häufig Mittag gegessen habe, liegt auf der Seeseite, und da die Wand von der Decke bis zum Fußboden komplett aus Glas besteht, hat man sommers wie winters einen wunderbaren Blick auf den See, die Fußgängerbrücke und die Gebäude des dritten Campus (Architekt: Arto Sipinen) auf dem Hügel Ylistönmäki (1991-2004, Foto 1 + 10). Die 1991 fertiggestellte Brücke für Fußgänger und Radfahrer (Foto 1 + 10) verbindet diesen Campus mit Mattilanniemi. Geht man im Winter über die Brücke, bläst einem oft schneidender Wind ins Gesicht, aber andererseits ist es auch schön, von hier oben die Schlittschuhläufer und Spaziergänger auf dem zugefrorenen See zu beobachten.

Da man sich ohne Probleme zu Fuß, oder schneller natürlich mit dem Fahrrad, auf dem ganzen Gebiet bewegen kann, erlebt man die Architektur von vielen verschiedenen Seiten. Es ist ein Genuss, die Gebäude im Wechsel der Jahreszeiten und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu betrachten, und auch von innen hat man häufig einen wunderschönen Blick auf die Natur. Besucher können sich natürlich selbstständig auf dem Campus bewegen oder auch einen geführten Rundgang buchen. Und wer z.B. in Jyväskylä mehr von Alvar Aaltos Architektur kennen lernen möchte, kann dies auf diversen Themenrouten tun. Das Campus-Ensemble ist immer einen Besuch wert!

 

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